Blau machen am BORG Innsbruck:
Wenn Kunst auf Chemie trifft
Dieses Schuljahr konnten wir am BORG Innsbruck ein besonderes Projekt erleben, das die Brücke zwischen zwei vermeintlich fernen Disziplinen schlug: der Humanbiologie und der Kunst. Unter der Leitung der Lehrpersonen E. Außerlechner und C. Matt arbeiteten Schülerinnen und Schüler beider Zweige gemeinsam an der faszinierenden Technik der Cyanotypie.

Die Schnittmenge von Chemie und Kunst
Die Cyanotypie, auch als Blaudruck bekannt, ist ein klassisches fotografisches Verfahren, das auf einer lichtinduzierten chemischen Reaktion von Eisensalzen beruht. Dabei entstehen durch UV-Licht und anschließende Wässerung tiefblaue Bilder, das sogenannte „Berliner Blau“.
Historisches Vorbild für das Projekt war die britische Naturforscherin Anna Atkins (1799 – 1871). Sie gilt als Pionierin, die Wissenschaft und Ästhetik auf revolutionäre Weise verband: Atkins nutzte die Cyanotypie, um Algen und Farne botanisch exakt zu dokumentieren, und schuf damit das erste Buch, das mit fotografischen Bildern illustriert wurde.
Begeisterung im fächerübergreifenden Arbeiten
Für die Schülerinnen und Schüler stand jedoch nicht nur die Theorie, sondern vor allem das praktische Experimentieren im Vordergrund. Sorgsam wurden Motive ausgewählt, für den Druck vorbereite und Mithilfe von Sonnenlicht zu Papier gebracht. Am spannendsten war jener Moment, wenn unter fließendem Wasser das belichtete Papier plötzlich die tiefblaue Farbe annahm und das ausgewählte Motiv zum Vorschein kam. Da das fertige Bild erst beim letzten Arbeitsschritt sichtbar wird, war die Umsetzung stehts eine Überraschung. Gedruckt wurde nicht nur auf Fotopapier, sondern auch auf T-Shirts und Taschen, ebenfalls mit tollen Ergebnissen.

Ein Beispiel für vielseitige Ausbildung
Das Projekt zeigt auf, wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachrichtungen ist und dass von gemeinsamen Projekten alle profitieren können. Die gegenseitige Unterstützung der Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Zweigen förderte nicht nur das Verständnis für das jeweils andere Fach, sondern stärkte auch das Gemeinschaftsgefühl innerhalb unserer Schule.
Die entstandenen Werke sind ein schönes Beispiel für die vielseitige Ausbildung am BORG Innsbruck und beweisen: Wenn wir über den Tellerrand des eigenen Fachbereichs hinausblicken, entstehen oft die spannendsten Ergebnisse.